Radieschenblätter |
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18.07.2011, 21:42
Beitrag #1
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Radieschenblätter
Kann ich Radieschenblätter essen? Ich habe meine Radieschen nicht geerntet gehabt und jetzt habe ich riesige Radieschenbüsche. Die Radieschen kann ich nicht mehr essen. Sie sind total verholzt. Sind die Radieschenblätter essbar oder kann ich einen Tee davon machen? Gibt es sonst etwas, wie ich das oberirdische Radieschenkraut verwenden kann?
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19.07.2011, 10:33
Beitrag #2
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Re: Radieschenblätter
Ja, man kann. Die Blätter sind sogar nährstoffreicher als die Radieschen an sich.
Du kannst daraus Suppe, Pesto , Salat oder grüne Smoothies (Radieschenblätter mit Obst und etwas Wasser mixen) machen. Am besten eignen sich natürlich junge Blätter. Musst Du einfach mal probieren, giftig ist es es auf jeden Fall nicht. |
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19.07.2011, 14:54
Beitrag #3
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Re: Radieschenblätter
Vielen Dank Milan, das werde ich heute ausprobieren. Dann haben die zumindest noch einen Zweck. Meine Radieschen sind jetzt gut 1,20 Meter hoch.
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19.07.2011, 16:09
Beitrag #4
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Re: Radieschenblätter
Ach Schreck, damit kommst Du ja über den Winter...
Könnte aber schon ein wenig hölzern oder zäh sein, berichte doch mal. |
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19.07.2011, 22:30
Beitrag #5
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Re: Radieschenblätter
Die oberen Blätter sind nicht zäh. Sie schmecken aber mehr nach Gras, als nach Radieschen. Richtig lecker schmecken die Samen. Sie schmecken wie die Herzchen vom Hirtentäschel mit einer leicht scharfen Note.
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10.12.2011, 18:19
Beitrag #6
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Re: Radieschenblätter
Hab schon öfters Radieschen- oder Rettichblätter (nur die jungen natürlich, nicht die harten älteren) wie Grünkohl zubereitet. auch in Gemüsesuppen mitverwenden kann man sie.
Junge Blätter vom Ackersenf, einem Unkraut, sind genauso verwendbar. Ebenso auch junge Senfpflanzen - gewöhnliche gelbe Senfkörner aussäen, ins Freie, ab Ende Februar, vier Wochen warten und schwupps hat man Grüngemüse satt. Noch was zu Blättern und anderen "Abfällen" anderer Gemüsesorten: Blätter der Steckrübe können genauso wie Radieschen- und Rettichblätter verwendet werden. Die Blätter außen am Blumenkohl und deren Rippen wirft nur weg, wer null ahnung hat. Sie ergeben eine ebenso fein schmeckende Blumenkohlsuppe wie die Röschen selbst. Ich hab sie auch schon mal einfach abgekocht, al dente, und aus der Hand gegessen. Das Innere im Strunk von Kohlköpfen aller Art und Blumenkohl ähnelt im Geschmack Kohlrabi, ist aber schärfer; man kann es roh essen oder erhitzt. Am einfachsten macht man den (gut gesäuberten) Krautstrunk nutzbar, indem man ihn in der Gemüsesuppe im Ganzen mitkocht. Danach schält man die holzige Rinde ab, und das Innere schmeckt... hmmm! Krautstrünke, jeder Sorte, auch vom Grün- und Rosenkohl, kann man aber auch im Keller in feuchten Sand stecken, die zur Wurzel gerichtete seite nach unten, und treiben lassen. Die weißlichen oder gelben Schößlinge, die sich dann im Lauf einiger Wochen bilden, sind roh und gekocht wohlschmeckend. Die Blätter der roten Bete sind wie Spinat verwendbar und schmecken auch ähnlich wie dieser. Die Blattstiele kann man in Suppen tun, sie schmecken ähnlich wie die Blattstiele des Mangolds, der mit der Roten Bete sehr nah verwandt ist, in fact sind Mangold, Rote Bete, Runkel- oder Futterrübe und Zuckerrübe alles Varianten einer einzigen Pflanzenspezies. Junge Blätter der Mohrrübe kann man wie Petersilie kleingehackt in Suppen streuen oder in Eintöpfen mitkochen. Sie haben ein wenig Möhrenaroma, man verwendet sie aber eher als Mineralien- und "Prana"-Lieferant mit als wegen des Geschmacks. Speziell die Makrobiotikleute halten Suppen, in denen von der Möhre, dem Rettich usw. nicht nur die Wurzel drinnen ist, sondern auch was von den oberirdischen Teilen, für besonders gesundheitsfördernd. Nicht eßbar, sondern wahrscheinlich sogar giftig sind die Blätter des Pastinaks. Wenn man an der Wurzel des Pastinaks riecht, nimmt man ein ganz anderes Aroma wahr als bei den Blättern. Sie enthalten Abwehrstoffe, welche das Blattwerk unattraktiv für Weidetiere machen - und damit auch für uns. Pastinak, der im zweiten Jahr, im Frühling, zu spät geerntet wird, hat diese Abwehrstoffe auch in der Wurzel, um so reichlicher, je mehr Blätter er schon getrieben hat. Solchen zu spät geernteten Pastinaken sagte man früher nach, sie erzeugten Krampfanfälle, ähnlich der Epilepsie. Wer also Pastinak anbaut, sollte die letzten wurzeln vom Vorjahr dann verspeisen, wenn sie gerade die ersten Blättchen treiben, keinesfalls aber später, wenn sie schon einen richtigen grünen Buschen oben drauf aufweisen. In diesem Stadium taugen sie nur noch für Ziegen, Schafe und Schweine; für diese Tiere sind sie laut Literatur ungiftig. |
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10.12.2011, 19:50
Beitrag #7
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Re: Radieschenblätter
(10.12.2011 18:19)mahalaxmi schrieb: Die Blätter der roten Bete sind wie Spinat verwendbar und schmecken auch ähnlich wie dieser. Die Blattstiele kann man in Suppen tun, sie schmecken ähnlich wie die Blattstiele des Mangolds, der mit der Roten Bete sehr nah verwandt ist, in fact sind Mangold, Rote Bete, Runkel- oder Futterrübe und Zuckerrübe alles Varianten einer einzigen Pflanzenspezies. Aufgrund der enthaltenen Oxalsäure würde ich auf Mangold und ote Beete verzichten. |
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12.12.2011, 17:41
Beitrag #8
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Re: Radieschenblätter
Auch Rettichblätter usw enthalten Oxalat, wenn auch weniger als Spinat, Mangold, Rhabarber und Rote Beete.
Die Hausfrauen vor 100 - 150 Jahren haben Grüngemüse grundsätzlich erst blanchiert, dann das Blanchierwasser abgegossen und das Gemüse dann mit neuem Wasser zubereitet. Das taten sie instinktiv, wegen des Geschmacks; es hatte, wie man heute weiß, aber auch den Sinn, weniger Oxalat aufzunehmen. Dabei gingen leider viel Kalium und Vitamine verloren. Darum ist das Wegschütten des Kochwassers aus der Mode gekommen. Wenn man die besonders oxalathaltigen Gemüse, welche du Freyja namentlich genannt hast, nach Art des 19. Jahrhunderts zubereitet (siehe oben), andere aber nach moderner Art, geht man den goldenen Mittelweg: genug Vitamine - und nicht zu viel Oxalat. Das ist die für den "Normalverbraucher" empfehlenswerte Methode. Wer zu Nierensteinen neigt oder aus einer Familie kommt, in der sich Steinleiden häufen, sollte auch andere Grüngemüsen nach Art des 19. Jhdts. handhaben und Rhabarber ganz weglassen. |
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27.12.2011, 22:58
Beitrag #9
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Re: Radieschenblätter
Ich habe dieses Jahr zum ersten mal die Schoten der Radieschenpflanze gegessen. Es waren zu viele Radieschen und davon sind einige in die Blüte gegangen. Noch recht frisch im Spätsommer gegessen, waren die grünen Schoten sehr erfrischend und weniger scharf als das Radieschen. Kann blanchiert werden. Wenn sie trocken werden, schmecken sie nicht mehr.
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