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Kopfschmerzen nach Yoga


23.03.2010, 20:37
Beitrag #1

Kopfschmerzen nach Yoga

 
Kopfschmerzen nach Yoga, woran kann das liegen?
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25.03.2010, 20:05
Beitrag #2
Re: Kopfschmerzen nach Yoga  
(23.03.2010 20:37)surana schrieb:  Kopfschmerzen nach Yoga, woran kann das liegen?

Ich denke, dass nach dem Yoga keine Kopfschmerzen auftreten sollten. Aus meiner Sicht ein Zeichen, dass Du Dich übernstrengt hast. Genau das sollte man jedoch beim Yoga nicht tun. Einfach alles ganz ruhig angehen.
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03.04.2010, 22:34
Beitrag #3

Rainbow Re: Kopfschmerzen nach Yoga

 
Das hat mir letztens auch eine Freundin berichtet, Kopfschmerz nach Yoga. Das finde ich schon merkwürdig, alles locker lassen und auch so angehen. Nicht lunzen was der Nachbar alles macht, hier zählst nur du, ganz alleine für dich und nicht überanstrengen. Eigentlich sollte das im Unterricht auch so vermittelt werden.
Nun viel Erfolg und schmerzfreies Yoga-NachruhenSmile
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30.08.2010, 08:22
Beitrag #4
Re: Kopfschmerzen nach Yoga  
Liebe Surana,

magst Du ein bißchen mehr schreiben, wie es zu den Kopfschmerzen kam? Welche Asanas habt Ihr gemacht?
Wie bist Du in die Stunde "hereingekommen"? Hungrig? Mit vollem Magen? Nicht genug getrunken? Angespannt?

Ich selbst bin frischgebackene Yogalehrerin und kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen: Yoga sollte auf den einzelnen Menschen "zugeschnitten" werden, nicht der Mensch auf den Yoga. Das ist sozusagen unsere Grundprämisse Cool

Dir alles Liebe und trotz allem viel, viel Freude am Yoga
Gabriele
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30.08.2010, 14:06
Beitrag #5
Re: Kopfschmerzen nach Yoga  
(30.08.2010 08:22)Yogini09 schrieb:  Liebe Surana,

magst Du ein bißchen mehr schreiben, wie es zu den Kopfschmerzen kam? Welche Asanas habt Ihr gemacht?
Wie bist Du in die Stunde "hereingekommen"? Hungrig? Mit vollem Magen? Nicht genug getrunken? Angespannt?

Ich selbst bin frischgebackene Yogalehrerin und kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen: Yoga sollte auf den einzelnen Menschen "zugeschnitten" werden, nicht der Mensch auf den Yoga. Das ist sozusagen unsere Grundprämisse Cool

Dir alles Liebe und trotz allem viel, viel Freude am Yoga
Gabriele

Liebe Gabriele, ich habe verschiedene Asanas gemacht und es kommt auch öfters vor, dass ich nach dem Yoga Kopfschmerzen habe. Drehsitz, Pflug, Baum, Sonnengruss. Richtig stark merke ich es beim Kundalini-Yoga durch die ständige Wiederholung. Mit Hunger, Durst oder Anspannung, hat es wahrscheinlich nicht so viel zu tun, weil es immer mal wieder auftaucht.
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02.09.2010, 07:45
Beitrag #6
Re: Kopfschmerzen nach Yoga
 
Guten Morgen,
meine Idee war, dass die Kopfschmerzen von zu vielen Umkehrhaltungen kommen könnten - das war wohl falsch *lächel*.

Beim Kundalini-Yoga versucht man ja, mit der eigenen Schmerzgrenze zu spielen.Also auch mal darüber hinaus zu gehen, um Erfahrung mit den eigenen Grenzen und deren Überwindung zu machen. Ich selbst mache das auch hin und wieder, höre aber auf, wenn mir anschließend (!) - also nach der Übung - etwas weh macht.

Eine andere Idee ist, dass die Kopfschmerzen von der erwachenden Kundalini-Energie kommen. Das der Körper auf diese starke Energie noch nicht vorbereitet ist und so mit Schmerz reagiert. Das wird sich aber nach einiger Übungszeit geben.

Hilfreich wäre es bestimmt, dass mit Deiner Yogalehrerin/ Deinem Yogalehrer abzusprechen - die haben sicher Ideen, wie sie Dir helfen können!

ganz liebe Grüsse
Gabriele
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07.09.2010, 07:50
Beitrag #7
Re: Kopfschmerzen nach Yoga  
Kopfschmerzen nach dem Yoga kann ich mir gut vorstellen. Zumindest bei den anstrengenden Übungen. Beim Kundalini-Yoga gehts ja besonders anstrengend zu, da könnte ich mir vorstellen, dass die Kopfschmerzen daher kommen.
Zu allererst habe ich auch daran gedacht, dass zu viele Yoga-Übungen mit Kopf nach unten dabei sind, wie das Yogini vermutet hat. Das ist ja auch nicht ausgeschlossen. Achte mal auf die Übungen. Bereits ein oder zwei Übungen reichen aus und beim Sonnengruß gehts ja auch mit dem Kopf nach unten.
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04.02.2011, 13:34
Beitrag #8
Re: Kopfschmerzen nach Yoga  
Hallo Suarana

dein post ist schon etwas älter.
Aber dennoch hier der Versuch einer Antwort.
Es gibt einige Asanas die nicht ganz ohne sind. Dazu gefören der Plug, der Fische und einige andere.
Insbesondere der Pflug kann den siebenten halswirbel schädigen wenn er nicht unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen geübt wird.
Ich hänege dir mal einen link zu einem post welches ich vor längerer Zeit in einem anderen Forum eingestellt habe an und hoffe er trägt zu einem etwas besseren Verständnis bei.

http://www.yoga-welten.de/forum/yoga-ueb...saeule.htm

Wenn du nach dem Lesen noch Fragen hast, nur zu.

Licht und Liebe
Lars
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04.02.2011, 13:50
Beitrag #9
Re: Kopfschmerzen nach Yoga  
Vielen Dank für den Link Lars.
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05.02.2011, 20:52
Beitrag #10
Re: Kopfschmerzen nach Yoga  
Keine Ursache.
Gerne geschehen.

LarsSmile
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31.03.2011, 09:21
Beitrag #11
Re: Kopfschmerzen nach Yoga
 
Ich hatte früher durch Sport heftige Migräneanfälle. Seit 1963 betreibe ich Yoga und bin seitdem nicht mehr krank geworden! Noch nicht einmal einen Schnupfen! Davor ging es mir gesundheitlich extrem schlecht. Ich hatte damals wegen einer angeborenen Stoffwechselstörung Krebs bekommen und ich war austherapiert, man gab mir nur noch ein paar Tage. Diese Mitteilung war meine Rettung, da ich mit Yoga anfing und somit alle Tumore beseitigen konnte, weil ich über das Durchblutungstraining mein Immunsystem verbessern konnte. Mein Körper war durch und durch mit Tumoren durchsetzt!
Meine Devise: Zu sich sehr nett sein. Im Yoga sollte man alle Aktionen so gestalten, daß eine Steigerung des Wohlbefindens bei jeder Übung erzielt wird. Es gilt das Wohlbefinden durch Übungen zu optimieren. Dazu braucht man die Konzentration. Bei Hatha Yoga sind die Körperübungen nicht im Sinne einer Gymnastik auszuführen um mehr Beweglichkeit zu erreichen, die sie ja eh irgendwann mal kommt, sondern durch physikalische und mechanische Reize das Körpergefühl zu stärken, welches meditativ erarbeitet wird. Also dem wohltuenden Strömen des Blutes im Körperinneren während der Übungen lauschen um die Durchblutungssteuerung botmäßig zu machen. Man muß also versuchen, während der Übungen alle Vorgänge des Körpers zu registrieren. Niemals bis zu Schmerzgrenze gehen, da schon vorher der Körper geschädigt wird. Schmerz bedeutet ja, daß ein Schaden entsteht oder was nicht in Ordnung ist. Der (Körper) Reiz ist also im Vordergrund. Kundalini-Yoga wird oftmals zu schnell ausgeführt, so daß die Körperkonzentration zu kurz kommt, und ist eher Yogafortgeschrittenen zu empfehlen, die bereits Energielenkung beherrschen, welches über die Wahrnehmung / Gefühl beherrscht werden kann, sonst kann man sich hier leicht vertun und die Belastbarkeitsgrenze überschreiten. Belastbarkeitsgrenzen können nur dann weggeschoben werden, je gesünder man seinen Körper macht!

Gruß Wolfgang
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31.03.2011, 13:23
Beitrag #12
Re: Kopfschmerzen nach Yoga  
Hallo Wolfgang, ich wünschte, Du könntest mir ein paar Yogastunden geben. Hast Du Dir das Yoga selber beigebracht? Könntest Du ein paar Übungen in das Forum einstellen. Ich würde mich sehr darüber freuen. Heart
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07.04.2011, 11:27
Beitrag #13
Re: Kopfschmerzen nach Yoga  
Hallo surana,
anfangs der sechziger Jahre gab es kaum Yogaliteratur und kaum Yogalehrer. Glücklicherweise lernte ich einen indischen Medizinprofessor (Ayurveda und westliche Medizin) kennen, der auch Yogi war, und in einen Krankenhaus bei Neu Dehli Patienten mittels Yoga kurierte. Ich schrieb ihn an und er schickte mir dicke Briefe zurück mit vielen Auszügen aus der indischen Yogaliteratur, die in Sanskrit verfaßt waren. Ich lernte kurzerhand diese Sprache, um die Sanskrittexte zu übersetzen und auszuwerten. Ebenso lebte ich in China (nach Sanskrit kam Chinesisch) um dortige Yogaformen kennenzulernen (Dao-Yoga). Mangels Informationsmaterial habe ich allerdings den Yoga auch neu erfinden müssen. Vieles wurde aus eigener Praxis erarbeitet und jede Menge Erkenntnisse waren die Folge.
Der Grundgedanke von Yoga, also losgelöst von religiösen Anschauungen, ist allgemein - wie löst man ein Probleme in Allgemeinen. Somit ist der geistige Yoga in Indien ca. zehntausend Jahre alt und erst vor 2000 Jahren wurde Hatha-Yoga erfunden, wo man 16 Sitzhaltungen entwickelte, um die Meditationen zu unterstützen! Der Hatha-Yoga wurde in Europa als der Yoga mit den Körperübungen bekannt. Der Hinduismus hatte als vordergründiges Hauptziel die Vereinigung mit den Göttlichen postuliert und hat dann die Yogalehren beherrscht - jedoch existiert Yoga schon vor dem Hinduismus! Die älteren geistigen Formen spielen eine zentrale Rolle, die im Westen kaum bekannt wurden.

Um Probleme lösen zu können bedarf man einer unbefangenen Erkenntnis, die über die unbefangene Beobachtung gebildet wird. Eine Abschaffung der Gedankentätigkeit, wie von den Hindus gefordert, führt jedoch in eine Singularität, aus der man nicht mehr so einfach herauskommt. Denn will man den gedankenlosen Zustand beenden, dann müßte man eine Entscheidung treffen, und diese muß gedacht werden. Im gedankenlosen Zustand ist das aber nicht mehr möglich! Ich selbst habe diesen Zustand erlebt und empfehle ihn nicht, da er völlig unnütz ist und keine geistige Unbefangenheit darstellt.

Entscheidend ist im Yoga nicht die Ausübung irgendeiner Körperhaltung und auch nicht, wie perfekt man diese macht. Es ist völlig egal, wie man sie überhaupt macht. Denn auch eine scheinbar falsche Körperhaltung übt einen Reiz aus. Jede körperliche und geistige Haltung kann als Reizgrundlage dienen, um Bewußtheit und Wohlbefinden zu erzeugen. Es ist die innere Haltung, die entscheidene Prozesse auslöst. Richtet man sie nach den Wohlbefinden aus, dann hat man eine neue Yogaübungen, wenn man sich nachher sehr gut fühlt. Erst durch die Variation kann man sie für sich (reizvoll) optimieren. Erst meditativ ausgeführte Yogaübungen werden zu einen besonderen Erlebnis. Man darf hier also ruhig spielerisch sein. Forciert man zu stark, dann kann sich verletzen. Also immer den Wohlbefinden nachgehen, dann kann man kaum was falsch machen! Der geistige Prozeß ist der wichtigste Teil, weswegen ich alle körperlichen Yogaübungen mit viel Tiefenentspannung versehe, die durch die körperliche Haltung ausgelösten Prozesse intensiv erspüre und als Krönung für die anregenden Reize folgt dann eine Meditation. Die Körperübungen dienen bei mir sozusagen als vorbereitende Einstimmung zur Meditation. Ist man im Yoga sehr weit fortgeschritten, dann braucht man auch keine Körperhaltung mehr. Schon der Gedanke an diese, löst Prozesse, also einen Pawlowschen Reiz aus. Für mich sind Körperübungen ergänzende Hilfsmittel der Konzentration!
Im Prinzip dehnen Hatha-Yoga Übungen irgendeinen Muskel und das reizt. Durch diesen Reiz spürt man ohne nennenswertes Konzentrieren den Körper - es ist so leichter, etwas zu erspüren. Man kann allerdings die nachfolgenden Prozesse auch ohne Körperübungen allein durch die Kraft der Konzentration auslösen. Kombiniert man Konzentration, Bewußtheit und Körperübungen, so ist der Reiz wesentlich intensiver und leichter erreichbar. All die Reize zum Erspüren machen uns bewußter! Und da liegt der Pfeffer begraben! Bewußtheit läßt die unbeachteten Mauerblümchen in uns in den Vordergrund treten, eröffnen sich so Talente, Intelligenz und Möglichkeiten und wir können dann aus unserer Fülle leben.
Meine eigene Gesundheit habe ich dadurch erreicht, daß ich jede Körperzelle jetzt erspüren kann und per Bewußtsein und Gefühl die dort ablaufenden Vorgänge steuern kann in Richtung Wohlbefinden. Es ist ein angenehmes Gefühl, wenn man jedes Atom, jedes Energiefeld und alle Räume und jeden Winkel in sich wahrnimmt und mit den Kopf eins ist - daß man eben "da" ist!

Gruß Wolfgang
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03.12.2011, 20:35
Beitrag #14
Re: Kopfschmerzen nach Yoga  
"Um Probleme lösen zu können bedarf man einer unbefangenen Erkenntnis, die über die unbefangene Beobachtung gebildet wird. Eine Abschaffung der Gedankentätigkeit, wie von den Hindus gefordert, führt jedoch in eine Singularität, aus der man nicht mehr so einfach herauskommt. Denn will man den gedankenlosen Zustand beenden, dann müßte man eine Entscheidung treffen, und diese muß gedacht werden. Im gedankenlosen Zustand ist das aber nicht mehr möglich! Ich selbst habe diesen Zustand erlebt und empfehle ihn nicht, da er völlig unnütz ist und keine geistige Unbefangenheit darstellt"
Hammer, Ciossek, was du da schreibst, erklärt mir SOOO viel!
Erstens, warum der indische Yogi sich normalerweise unter Total-Kuratell eines Gurus stellt und der Zen-Schüler auch.
Damit nämlich dieser Guru dem Schüler, wenn er im Nicht-Denken ist, befehlen kann, wieder aus der singularität raus zu kommen, und umgekehrt, ihn da reinkatapultieren kann. Total darauf konditioniert, dem Guru zu gehorchen, gelingt dem Schüler das, ohne daß es "seine" Aktion wäre, er selber tut gar nix, er ist nur Marionette vom Guru und findet das gut. Müßte er sich selbst ins Nichtdenken reinkriegen, ohne quasi hypnotischen Befehl, oder wieder raus, würde es nicht klappen oder Nebenwirkungen haben... Na gut, so hat es "nur" die Nebenwirkung, den freien Willen aufzugeben.

Und damit komme ich zu Zweitens: warum wir Westler lieber denken als nicht denken (obwohl es ungemein erholsam ist - nein, viel besser noch als erholsam - wenn die ewige Denkerei endlich mal aufhört... bei mir vielleicht einmal im Jahr... schluchz!) Weil wir nämlich, anders als die Asiaten, keine Fatalisten sind. Wir glauben an Freiheit der Gedanken, ans Hinterfragen, an Innovation; wir sind überzeugt, selbst Einfluß auf das Leben zu haben, ja sogar, mit Gott reden und uns mit ihm beraten zu können, so daß ER vielleicht -wenn es zum Gesamtkontext paßt - Dinge anders als vor dem Gebet macht. Asiaten dagegen tendieren dazu, zu tun, was man ihnen sagt oder was üblich und schicklich ist, und zwar auch auf der Ebene der Worte und Gedanken; weil sie im Grunde glauben, daß es nix Neues unter der sonne gibt, daß Leben Gehorchen bedeute und daß zu viel Eigenheit und Eigenwille nur ein Hindernis und eine Last für sich und Andere sei. Kein wunder, sie leben ja seit 3000 - 5000 Jahren ständig unter despotischster Herrschaft und hatten nie einen Religionsstifter wie Jesus, der von unten kam. All ihre Gottmenschen waren Hohepriester, Könige oder Prinzen.

Gottlob kann man auch als absolut westlich tickender Mensch Meditation erfahren, sogar Gedankenleere, wenn man ein wenig Glück hat. Der Schlüssel dazu ist "vorurteillose Beobachtung ohne übersinnliches Ergrübeln" - so formuliert Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie, den Geisteszustand, den der homöopathische Arzt (und jeder gute Arzt) während des Gesprächs mit dem Patienten und beim Untersuchen anstreben soll. der Nutzen dieser Geisteshaltung beschränkt sich aber nicht auf das Setting Arzt- Patient, sondern in jedem strukturierten Setting (d.h. es gibt eine Aufgabe, die zu lösen ist, ein Beobachtungsobjekt und Anweisungen, auf welche dinge bei dem Objekt zu achten ist) kann sie angestrebt, erreicht und ... genossen werden.
Ich bin Homöopathin und habe mich darauf spezialisiert, Telefonvertretung für Patienten andeer homöop. Ärzte in meiner Gegend zu machen, wenn letztere nicht da sind oder an Wochenenden. Dabei sehe ich den Kranken nicht, und er mich auch nicht, ich habe nur die Daten, die mir der Kranke durch das liefert, was er sagt, und durch die Art, wie er es sagt und wie er klingt. Meist geht es um einfache Standardsituationen - etwa Grippe - ; für die habe ich entsprechend standardisierte Fragen parat. Spontan frage ich dann auch Dinge, auf die mich die Diktion und die im Sprechen rübergebrachten Emotionen des Kranken bringen. dabei schreibe ich seit einigen Jahren nicht mehr mit, schlage auch nichts nach, sondern starre auf eine Wand oder ausm Fenster... ich höre und denke und sonst nix. Danach berate ich, und dabei rede ich ganz so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Diesen Job mache ich seit 12 Jahren, und seit ca. 5 Jahren kann ich mich dabei besser entspannen als in der Freizeit, ich denke manchmal, nie bin ich mehr ich selber als während dieser Telefonate. Jednfalls denke ich sehr viel dabei, der Kopp raucht zuweilen regelrecht, aber meditativ ist es doch! Und es ist nützlich. Mir ebenso sehr wie dem Kranken.
(Übrigens ist meine Erfolgsquote dabei - das sagen jedenfalls Kollegen und Patienten - ausgesprochen hoch. Und eine ist unter den Kollegen, die glaubt felsenfest, ich sei Telepathin. Ich selbst spüre garnix Übersinnliches beim Telefonieren! Weiß nicht mal, wie sich Telepathie anfühlt. Falls ich ne Telepathin bin, dann unbewußt und das sind wohl viele.)
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