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Buddhismus in Deutschland


17.08.2011, 22:12
Beitrag #1

Buddhismus in Deutschland

 
Was macht den Buddhismus in Deutschland so populär? Ich habe mich etwas mit dem Buddhismus beschäftigt und kann dem Buddhismus nicht wirklich viel abgewinnen. Der Grundsatz "Leben ist Leid" ist doch vollkommen lebensverneinend. Gibt es unter Euch welche, die sich als Buddhisten sehen?
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18.08.2011, 00:00
Beitrag #2
Re: Buddhismus in Deutschland  
Ich sehe mich nicht als Buddhist, ich habe aber mal eine Zeit in einem buddhistischen Kloster in Thailand verbracht. Die Mönche waren sehr lebensbejahende Menschen und der Umgang sehr respekt- und liebevoll.

Der Grundsatz "Leben ist Leid" ist nur sehr unvollständig oder mißverständlich formuliert, es geht im Buddhismus eher darum den "Weg dazwischen" zu finden, um Leiden zu vermeiden. Dieser Weg ist Meditation, völlige Kontemplation und er führt bei regelmäßiger Anwendung zu innerer Ruhe und Lebensfreude.

Die der Religion innewohnenden Gesetze möchte ich auch nicht alle befolgen, aber Menschen die sich dieser Religion verbunden fühlen, kann ich gut verstehen.
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18.08.2011, 00:05
Beitrag #3
Re: Buddhismus in Deutschland  
(18.08.2011 00:00)Milan schrieb:  Ich sehe mich nicht als Buddhist, ich habe aber mal eine Zeit in einem buddhistischen Kloster in Thailand verbracht. Die Mönche waren sehr lebensbejahende Menschen und der Umgang sehr respekt- und liebevoll.

Der Grundsatz "Leben ist Leid" ist nur sehr unvollständig oder mißverständlich formuliert, es geht im Buddhismus eher darum den "Weg dazwischen" zu finden, um Leiden zu vermeiden. Dieser Weg ist Meditation, völlige Kontemplation und er führt bei regelmäßiger Anwendung zu innerer Ruhe und Lebensfreude.

Die der Religion innewohnenden Gesetze möchte ich auch nicht alle befolgen, aber Menschen die sich dieser Religion verbunden fühlen, kann ich gut verstehen.

Entsagt der Buddhist nicht allen irdischen Genüssen um Leid zu vermeiden? Wie kann man da noch lebensfroh sein? Doch nur, wenn man nicht wirklich streng buddhistisch lebt.

Oberstes Ziel des Buddhisten ist sich von alen Wünschen zu befreien doch ist das überhaupt nicht möglich, denn einen Wunsch hat der Buddhist immer. Die Befreiung von allen Wünschen und die darauf folgende Erleuchtung. Das Austreten aus dem Kreislauf der Inkarnationen.
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20.08.2011, 03:37
Beitrag #4
Re: Buddhismus in Deutschland  
(18.08.2011 00:05)skeptiker schrieb:  Entsagt der Buddhist nicht allen irdischen Genüssen um Leid zu vermeiden? Wie kann man da noch lebensfroh sein? Doch nur, wenn man nicht wirklich streng buddhistisch lebt.

Der Buddhist entsagt nicht allen irdischen Genüssen. Er ißt, er trinkt, er hat Sex (dies ist nur den Mönchen untersagt, ähnlich wie in der katholischen Kirche den Priestern). Er bemüht sich alles in Maßen zu halten (der mittlere Weg), damit er das für ihn wesentliche Ziel, die Identifikation mit seiner eigenen Buddha - Natur (wir würden vielleicht sagen, die Verbindung oder Verschmelzung mit unserem höheren Sein oder Selbst, mit unserer seelischen Existenz) nicht aus den Augen verliert oder stört. Dies erreicht er durch jahrelange Meditation. Es ist einfach eine andere Form der Erlangung von Lebensfreude mit anderen Mitteln und einem anderen Fokus als wir dies gemeinhin leben.
Ich glaube nicht, dass diese Form von Lebensart unserer weitgehend auf Konsum ausgerichteten Lebensweise im Sinne von Glück oder Lebenszufriedenheit nachsteht. Wohl eher im Gegenteil.

Wenn sich alle Menschen an den Fünf Silas oder dem edlen achtfachen Pfad orientierten, hätten wir weltweit keine wirklichen Probleme mehr.

(18.08.2011 00:05)skeptiker schrieb:  Oberstes Ziel des Buddhisten ist sich von alen Wünschen zu befreien doch ist das überhaupt nicht möglich, denn einen Wunsch hat der Buddhist immer. Die Befreiung von allen Wünschen und die darauf folgende Erleuchtung. Das Austreten aus dem Kreislauf der Inkarnationen.

Diese Argumentation ähnelt der Widerlegung der Allmacht Gottes, in der behauptet wird, Gott kann gar nicht allmächtig sein, denn dies würde beinhalten, dass er auch nicht allmächtig ist, was sich ja widerspricht...
In tiefer Meditation verschwindet jeder Wunsch und es tritt eine Gedankenstille ein, die eine Verbindung mit einem inneren Kern, einer vollkommenen Leere ermöglicht. So wie ich es erlebt habe, ging es den Meditierenden immer um genau diesen Zustand.
Das Austreten aus dem Kreislauf der Inkarnationen spielte (zumindest bei den Begegnungen die ich hatte), keine Rolle.
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20.08.2011, 18:05
Beitrag #5
Re: Buddhismus in Deutschland  
Zitat:denn einen Wunsch hat der Buddhist immer. Die Befreiung von allen Wünschen und die darauf folgende Erleuchtung.
Das habe ich Anfangs auch nicht verstanden und dachte genauso wie du. Ist aber nicht richtig.
Milan hat es schon gut ausgedrückt.
Man hat keinen Wunsch, nichtmal den Wunsch keinen Wunsch zu haben. Und dann tritt Leere ein und man gelangt zu Gott.

Alles Liebe! Smile

Wir sind für alles verantwortlich, was geschieht und sollten deshalb aus Liebe handeln und unsere innere Stimme sprechen lassen. Der Schlüssel zum wahren Leben hat jeder in der Hand und die Türe steht bereits weit offen. :heart:
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20.08.2011, 21:14
Beitrag #6
Re: Buddhismus in Deutschland
 
Ich habe den Buddhismus auf meinen Reisen schon etwas egozentrischer kennengelernt, auch wenn genau das Gegenteil behauptet wird. Die Buddhisten, die ich kennengelernt habe, waren allesamt komplett mit sich beschäftigt. Andere Menschen oder das Leid anderer Menschen interessierten sie überhaupt nicht. Frauen habe ich übrigens in den Buddhistischen Klöstern nie gesehen.
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21.08.2011, 00:14
Beitrag #7
Re: Buddhismus in Deutschland  
(20.08.2011 21:14)iboris schrieb:  Ich habe den Buddhismus auf meinen Reisen schon etwas egozentrischer kennengelernt, auch wenn genau das Gegenteil behauptet wird. Die Buddhisten, die ich kennengelernt habe, waren allesamt komplett mit sich beschäftigt.

Du hast nicht den Buddhismus kennengelernt, sondern Buddhisten, also Menschen.
Der Versuch, von einem Gläubigen auf den Glauben zu schlussfolgern muss zwangsläufig scheitern, hier kommt es zu Verzerrungen, weil wir Menschen nun mal Menschen sind und unser Ego immer mitspielen will.
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